Viele, viele Besucher kamen am verlängerten Wochenende zum zehnten Bandlift-Festival hinaus auf den Flugplatz. Da staunten alle, denn so viel war noch nie los auf dem Flugplatzgelände.
Die weit über 300 Helfer hatten während der klangvollen Tage alle Hände voll zu tun. Unglaublich wie da Jung und Alt zusammenhilft und gerne mit dabei sind. Auch bei den Besuchern sind alle Generationen vertreten. Vom Baby mit dem Kopfhörer bis zu den Musikbegeisterten der älteren Semester. Eine Wahnsinnssache, wenn dann all die Tage auch das Wetter noch mitspielt. Stimmung, Atmosphäre und vor allem die Musik war genial. Das Festival wurde für alle Besucher, die teilweise von weit hergereist kamen, zum unvergesslichen Erlebnis. Es war ein riesengroßer Erfolg. Junge Musiker, kleine und große Bands, 55 an der Zahl, gaben ihr Bestes auf drei bereitgestellten Bühnen.
Den Auftakt machte am Donnerstagabend erneut eine wunderschöne Chornacht. Eine ganz andere Musikrichtung, die aber wieder richtig gut ankam. Eine Vielfalt an Liedgut wurde präsentiert. Jeder der zehn Chöre ließ aufhorchen, sei es etwa, „Born to sing“, „People in Motion“, „Cappella Camäleon“ und weitere aus der Umgebung. Vor allem begeisterten gleich zu Beginn die „Goldkehlchen“, aber auch vor dem Massenchor „Kolbasz MV.
Am Freitag schallte Rock, Blues und Pop über den Flugplatz. Eine halbe Stunde konnte sich jede Band vorstellen. Zugaben waren leider keine drin. Das Programm war von Beginn an durchgetaktet. Zudem warteten die Festival-Besucher auf den Headliner „Brainstorm“. Sie benötigten schon mal eine Stunde, um die Bühne für ihren perfekten Auftritt aufzubauen. Security stand rechts und links von der Bühne und sonst überall verteilt auf dem Gelände. Brainstorm ist eine deutsche Power-Metal-Band aus Gerstetten, gegründet im Jahr 1989 von den Gitarristen Thorsten Ihlenfeld und Milan Locaric zusammen mit Schlagzeuger Dieter Bernet. Bei vielen Besuchern waren sie die Band der Herzen und eigener Leidenschaft. Brainstorm zählt zu den erfolgreichsten Power Metal-Bands Europas. Sie stehen für kernigen und melodischen Metal. Nicht nur auf der Bühne wurden die Köpfe geschüttelt, auch davor. Die Haare flogen nur so durch die Luft. Headliner Brainstorm lockte unendlich viele Musikbegeisterte, auch von weit her, auf den Flugplatz. Keine Angst, niemand soll jetzt denken, dass Bandlift ein Metal-Festival wird. Brainstorm war zum Zehnjährigen angereist und kommt vielleicht irgendwann mal wieder.
Auf dem Flugplatzgelände waren alle Stilrichtungen zu hören. Wenn auf den drei Bühnen gleichzeitig musiziert wurde, war es manchmal schwierig mit ungestörtem Zuhören.
Der Sonntag begann mit einem ökumenischen Gottesdienst im Grünen. Pfarrer Hans-Ulrich Bosch, Pastorin Linda Reschke und Diakon Michale Weiss vermittelten Impulse für eigene Melodien. Musik berühre die Seele und beschere manch kleines Glück, während dieser klingenden Tage, so die Geistlichen. Der Posaunenchor unter der Leitung von Sebastian Jäger begleitet zu den Liedern.
Schirmherr Andreas Stoch kam, wie all die Jahre, zum zehnten Fassanstich zum Bandlift-Festival. Zum ersten Mal dabei war Bürgermeister Matthias Heisler, der mit ein paar Schlägen zum Freibiertrinken verhalf. Andreas Stoch und Matthias Heisler waren damit beschäftigt die Gläser zu füllen.
Gutgelaunt saßen hunderte von Besuchern unter den Sonnenschirmen und machten sich‘s gemütlich. Sie lauschten bei manchem Leckerbissen den herrlichen Klängen der verschiedenen Blaskapellen. Die Männer und Frauen hinter den Theken hatten alle Hände voll zu tun. Mal strömte würziger Duft von Gyros und Pommes über die Heide, dann wieder das liebliche Aroma von Popcorn und Süßem.
Auch der Kulturverein-Bahnhotel hatte beim Bandlift-Festival neben dem Sekthimmel des Musikvereins einen Stand, um für die Bevölkerung über den Verein zu informieren.
Am Samstagnachmittag gab es wieder eine Biermeile. Dies ist ein Laufwettkampf, bei dem es darum geht eine Meile (1,6 km) so schnell wie möglich zu absolvieren. Dabei wird vor jeder 400m-Runde ein Bier (O,33l) getrunken. Um vorne mitzuspielen, sollte möglich dies so schnell wie möglich geschehen. Es ist eine Spaßsportart. Den ersten Platz holte sich Jonas Wörle aus Großkuchen vor Manuel Schmied aus Geislingen und Simon Illenberger aus Gerstetten.
„Umsonst & Draußen“ das kann wunderschön sein. Sebastian und Jan Jäger samt allen Helfern führten an den drei Tagen mit Witz und Charme sehr sympathisch durchs Programm. Sie hatten immer einen passenden Spruch auf Lager und verstanden es hervorragend, die Neugier auf die jeweilige Band bei den Zuhörern zu wecken.
Die zahlreichen Besucher des Festivals waren begeistert, beeindruckt und fasziniert zugleich. Wie kann man so einen Event ohne größere Probleme dermaßen erfolgreich gestalten? Es gab keine Zwischenfälle, es herrschte eine spürbar gute Atmosphäre. Auch Bands mit bereits großem Namen spielten sehr gerne in Gerstetten. Vielleicht ist es die Nähe zum Publikum und deren Herzlichkeit. Vorsitzender Jürgen Berger ist zufrieden, obwohl man auch wieder ein paar Dinge verändern sollte. Der Campingplatz war zum Beispiel viel zu nahe an der Hauptbühne.
Sebastian Jäger, Jan Jäger, Jürgen, Thomas und Wolfgang Berger, aber auch Jonathan und Tobias Schied, um einige der wichtigen Organisatoren namentlich zu nennen, atmeten zufrieden auf. Sie haben so Manches all die Tage erlebt. Ihr Einsatz all die Wochen und Tage hat sich gelohnt, das ganze Team hat super gearbeitet und mitgemacht. Alle zogen am selben Strang und hatten immer noch ein freundliches Lächeln im Gesicht, egal wie hart es zuging. Der Platz auf dem Flugplatzgelände ist einfach genial für das Bandlift-Festival. Jeder kann ungeniert auftauchen, sich mit Freunden treffen oder nur kurz mal vorbeischauen, ein wenig reden, tanzen oder auch nur auf der Heide sitzend die Seele baumeln lassen. Der Gerstetter Musikverein ist fast schon perfekt, sei es beim Musizieren, Organisieren, Arbeiten, im Miteinander und beim Machen. Kultur und Zusammensein wurde beeindruckend in einen Einklang gebracht. Da kann man nur staunen und anerkennend danke sagen. (ela)
