Noch lange nachklingen wird das Albkonzert der vier Musikvereine aus Dettingen, Gerstetten, Gussenstadt und Heldenfingen in der restlos überfüllten Turn- und Festhalle Gussenstadt. Was dort an Musik geboten wurde gipfelte beim großen Finale aller 140 Musikanten in „Standing ovations“.
Restlos begeistert äußerte sich auch Gerstettens neuer Bürgermeister Matthias Heisler, für den das Albkonzert das erste in seiner noch jungen Amtszeit ist: „Ich bin wirklich sehr gespannt, was zu hören sein wird“. Stefan Ruoff, Vorsitzender des gastgebenden Musikvereins Gussenstadt war überwältig vom großen Publikumsansturm: „Jetzt lernen sie unsere neue Gemeindehalle kennen“.
Ramona Kramer (Gussenstadt) führte belesen durch diesen Abend. Die Ouvertüre lag auf den Notenblättern der „Gusstadter Blasmusik“ unter dem engagierten Dirigat von Patrick Wurzinger. Thomas Asanger komponierte den Konzertmarsch „Sympatria“. Es folgte mit viel Verve das Medley „Phil Collins live“. Der Schlagzeuger und Sänger der Rockband „Genesis“ gilt mit 250 Millionen verkauften Tonträgern als erfolgreichster Musiker seiner Branche. Die Blaskapelle erfüllte die Aufgaben bravourös. Es folgte die energiegeladene „Supernova“ (Thierry Deleruyelle), die einst für „Konzerte für Kinder in der ganzen Welt“ aufs Notenpapier gebracht worden war. Mächtig Beifall bekamen die Musikanten für von Matthias Wehr arrangierten „ A Million Dreams“. Sie waren nach wenigen Minuten (leider) ausgeträumt. Extrabeifall verdienten sich hier als Gesangssolisten Katharina Strehle, Silke, Patrick und Holger Vogel.
Klein aber fein ist der Musikverein Heldenfingen unter Leitung von Philip Gröber. Mit dem Marsch „Abel Tasman“ von Alexander Pfluger spürten die Musiker der Entdeckung Tasmaniens nach. Stilistisch sehr unterschiedlich – neben Ballade, etwas Oper und Hard-Rock-Elemente – forderten die Musiker, als sie die „Bohemian Rhapsodie“ spielten und an die Rockband „Queen“ erinnerten. Einfühlsam interpretiert wurde danach „The Sound of Silence“, ehe die Blaskapelle bei „Ghostbusters“ sich auf Geisterjagd begab und am Schluss dafür viel Beifall einheimste.
Mit über 50 Musikern ist das sinfonische Blasorchester des Musikvereins „Harmonie“ Gerstetten der größte Klangkörper bei den jährlichen Albkonzerten. Mit üppig besetzten Registern kann Dirigent Sebastian Jäger aus dem Vollen schöpfen. An Planeten und Sternguckern wurden die 400 Zuhörer beim „Marsch der Galaxien“ (Musik: Markus Thomas Nentwich; arrangiert von Sebastian Jäger) in die Weiten des Alls mitgenommen. Zurück auf der Erde pirschte das Große Blasorchester mutig zum „Lions Castle“ (Musik: Rosanna Galante). Eine gern gehörte Komposition ist die Erzählung von „den zwei Schlingeln“ (Miroslav Prochäzka) mit Solo für Tenorhorn und Bariton. Hier glänzten als Solisten Frederick Brauer und Jonathan Schied.
Zu einem klanglichen Höhepunkt des Abends wurde die 13—minütige „Star War Saga“ aus der Feder von Johan de Meij, wobei Kontrabass und E-Piano als Instrumente wichtig waren. Nach dem großen Beifall wurde die Bühne durch die Albkapelle Dettingen eingenommen. Unter Jonas Streit wurde famos aufgespielt. Als Ouvertüre erklang von Otto M. Schwarz die „Glory Fanfare“. Es folgte die „Romanze für Tenorhorn“ (Paul Stanek) mit Solist Michael Späth. Zarte Melodien und weiche Harmonien zeichnen das Stück aus. Spielerische Leichtigkeit und virtuose Melodieführung sind die Besonderheiten bei „Pie in the Face Polka“. Auf der Querflöte verdiente sich Nele Brenneis minutenlangen Applaus. Arrangiert von Siegfried Rundel wurde „Highland Cathedral“ auch ohne Dudelsackbläser zu einem abschließenden Hörerlebnis.
Zur großen Bewährungsprobe wurde das Finale des Abends: Von den 140 Musikanten fanden nicht alle Platz und drängelten sich dann im Seitengang. Patrick Wurzinger dirigierte zunächst von Ernst Mosch den „Egerländer Musikantenmarsch“. Nach diesem marschierten von Carl Telke die „Alten Kameraden“ und die Zuhörer klatschten im Takt dazu und waren sich einig: „So ein Abend macht Lust auf Mehr!“ BVBW

Beim großen Finale des Albkonzerts der Musikverein aus der Großgemeinde Gerstetten fanden nicht alle 140 Musikanten Platz auf der Bühne der letztes Jahr eingeweihten Gussenstadter Festhalle. Foto: BVBW
